Home
13.08.2012 | Nordkurier

Festspiele MV
von Michael Baumgartl

Verbindung zwischen alter und neuer Welt

Mit dem Geiger Daniel Hope bauen die Festspiele MV den Brückenschlag zwischen den USA und Mecklenburg-Vorpommern aus. Der dritte und letzte Konzertabend des „Savannah on tour“-Projektes war im Jagdschloss Kotelow zu erleben.

Kotelow (nk)

Seit der Geiger Daniel Hope als Künstlerischer Direktor der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern fungiert, gibt es den Brückenschlag zwischen den Festspielen und Amerika. Mit dem Lincoln-Center- und Carnegie-Hall-Projekt wurden die Festspiele in den USA bekannt, und Künstler, die hier waren, schwärmen davon und wollen gern wiederkommen. Auch beim Savannah Music Festival im US-Bundesstaat Georgia ist Hope Künstlerischer Direktor für den Bereich klassische Musik und organisierte für diesen Sommer Savannah on tour im Miniformat.

Mit einem Ensemble von Streichern und Bläsern, Amerikaner, Engländer, Franzosen, Deutsche, zog er für eine Woche im Jagdschloss Kotelow bei Friedland ein. Dort wohnten, aßen, probten und feierten die Musiker und erarbeiteten in der ländlichen Ruhe ein Programm für drei Konzertabende aus den vorhandenen Instrumenten und den gemeinsamen Vorlieben, darunter das Oktett von Schubert in der Klosterkirche Rühn und das Septett von Beethoven in Bad Doberan.

Bravorufe und stürmischer Applaus

Der dritte Abend im großen Salon in Schloss Kotelow zeigte die musikalische Verbindung zwischen der alten und der neuen Welt, ja sogar zwischen Friedland und Savannah auf besondere Weise. Dort erklang das Streichquintett Es-Dur von Antonín Dvorák, das dieser in Amerika komponierte, in einer Aufführung voller Elan und Vehemenz. Der kraftvolle Bogenstrich der Musiker und die drängende Gestik reizten das Publikum spontan zu Bravorufen und stürmischem Applaus. Danach das Notturno d-Moll für Violine und Klavier von Emilie Mayer, die vor genau 200 Jahren in Friedland geboren wurde. Hope hatte das Stück, das dem berühmten Geiger Joseph Joachim gewidmet ist, aus vielen Partituren für diesen Abend ausgewählt und gemeinsam mit dem Pianisten Sebastian Knauer aufgeführt.

Den tiefsten Eindruck hinterließ das Klavierquintett f-Moll von Brahms. Da spürte man in jedem Ton, dass die Musiker aus langer Freundschaft und Zusammenarbeit ein gemeinsames Gefühl für die Musik haben, dass sie das Werk mögen und eine Riesenfreude daran haben. Ungeheure Energie und Klanggewalt ging im Scherzo Allegro aus dem Unisono der Streicher hervor. Im Finalsatz streuten sie Lieblichkeit und Wehmut zwischen drängende Energie und Intensität, die vom strengen, klaren Klavierton wie von einem Spiegel reflektiert wurden. Klar, dass auch dieses Projekt fortgesetzt werden wird. Für das kommende Jahr sind Termine schon besprochen.
Wir freuen uns darauf, die Musiker auch!

   zurück...
Impressum
Jagdschloss Kotelow
Dipl.- Kfm. Jochen Heins und
Dr. Christine Heins
Schlossallee 2
17099 Kotelow
Tel.: +49 3960726570
Fax.: +49 3960726571
Verantwortlich für die Inhalte:
Dr. Christine Heins
USt-ID-Nummer: DE179241910
Fenster schließen