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01.08.2009 | Bellevue

Wohnen nach Gutsherrenart

Jagdschloss Kotelow: 1733 erbaut, zu DDR-Zeiten vernachlässigt, jetzt liebevoll restauriert

Besondere Aufgaben erfordern besondere Maßnahmen. Und von denen musste Dr. Christine Heins eine Menge ergreifen. Zum Beispiel bei den Wandleuchten. „Die stammen“, so erzählt sie, „aus der Hamburger Spielbank. Leider benötigt man dafür ganz spezielle Birnen, die es so nicht zu kaufen gibt.“ Also setzte sich die Ärztin kurzerhand mit dem Chefelektriker des Casinos in Verbindung, fragte nach seinen Kontakten und kam so an die seltenen Leuchtmittel. Eine Episode, die zeigt, mit wie viel Engagement Christine Heins und ihr Mann Jochen an den Wiederaufbau des Jagdschlosses Kotelow gingen. 2001 erwarben sie das ehemalige barocke Herrenhaus (inklusive sieben Hektar Land plus Forstbetrieb) mit dem Ziel daraus ein kleines Hotel zu machen. Was folgte, waren sieben Jahre intensiver Planung und viel Arbeit. Ein neues Dach, Fenster, Böden, Außen- und Innenputz, die Heizungsanlage – so ziemlich alles, was man an einem Haus erneuern kann, wurde auch erneuert, dazu das verwilderte Grundstück in Form gebracht. „Doch die Grundsubstanz des Gebäudes war gut“, erinnert sich Cristine Heins, „und bei einem solchen Projekt muss man die Ruhe haben, alles Stück für Stück zu erledigen.“ So verhalf Familie Heins mit Hilfe vieler örtlicher Handwerker dem Anwesen wieder zu altem Glanz – und achtete dabei vor allem darauf, den ursprünglichen Charakter des Hauses wiederherzustellen. Allein für die hölzerne Innentreppe brauchte es ein halbes Jahr Handarbeit, für die Verlegung des Parketts im Versailler Muster war eigens ein französischer Spezialist zuständig. Individualität wurde auch bei der Einrichtung groß geschrieben. Lampen aus dem Libanon, Möbel aus Dänemark, eine steinerne Terrassentreppe aus Berlin – wie findet man solche Sachen, die es in keinem Katalog gibt? Dr. Heins ging die Suche nach der Ausstattung pragmatisch an: „Ich habe eine kleine Firma gegründet, viele Messen besucht und so Kontakte geknüpft. Nach und nach findet man dann die Dinge, die der eigenen Vorstellung entsprechen.“ Und die orientiert sich an klassisch-englischen Vorbildern, allerdings ohne den britischen Hang zum Kitsch. Wichtig waren ihr beste Materialien, unaufdringlicher Komfort und eine Rundum-Wohlfühl-Atmosphäre. Lässt sich so etwas in offiziellen Sternen messen? Dr. Heins schüttelt den Kopf. Ihr sind die Kriterien der „Deutschen Hotelklassifizierung“ zu statisch. „Bei den Betten erfüllen wir die allerhöchsten Qualitätsanforderungen. Aber für drei Sterne müssten wir zum Beispiel ein Telefon auf dem Zimmer anbieten.“ Im Jagdschloss gibt es zwar entsprechende Anschlüsse für alle modernen Formen der Telekommunikation inklusive WLAN, aber eben keine Apparate neben dem Bett – was in Zeiten des Handys keinen Gast stören dürfte. Dann doch lieber sternenlos, aber individuell. Zum Beispiel bei einer stilechten Tea-Time mit Scones und Gurkensandwiches, auf Wunsch gibt es auch Mittag- und Abendessen aus regionaler Küche. Wer will, kann in der restaurierten Feldsteinscheune oder einem der vier Säle feiern – oder sich im Jagdschloss standesamtlich trauen lassen. Wie gesagt: Besondere Aufgaben…DK    zurück...
Impressum
Jagdschloss Kotelow
Dipl.- Kfm. Jochen Heins und
Dr. Christine Heins
Schlossallee 2
17099 Kotelow
Tel.: +49 3960726570
Fax.: +49 3960726571
Verantwortlich für die Inhalte:
Dr. Christine Heins
USt-ID-Nummer: DE179241910
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